Mit lediglich 13 Spielfilmen in seinem Œuvre als Autor und Regisseur sicherte sich Stanley Kubrick seinen Platz in der Filmgeschichte. Umso ungewöhnlicher, dass Kubrick bis heute ein extrem hoher Bekanntheitsgrad vorausgeht. Dies hat jedoch einen guten Grund. Seine Filme, insbesondere seine Spätwerke, gelten bis heute ausnahmslos als Meisterwerke und zeitlose Klassiker der Filmgeschichte.
Geboren wird Kubrick am 26. Juli 1928 als Sohn eines Arztes in New York City. Bereits in frühen Jahren beginnt er sich für Fotografie zu interessieren und beginnt 1945, für das New Yorker Magazin ‘Look’, als Fotograf zu arbeiten. 1953 dreht Kubrick schließlich seinen ersten Spielfilm Fear and Desire. Kubrick selbst ist nicht zufrieden mit seiner Arbeit und unterbindet eine größere Verbreitung dieses Films. 1955 folgt sein Film Der Tiger von New York über einen Boxer im Gangster-Milieu. Mit seinem 1956 gedrehten Film-Noir Die Rechnung ging nicht auf macht er Hollywood endgültig auf sich aufmerksam, so dass er 1957 für sein Antikriegs-Drama Wege zum Ruhm Kirk Douglas verpflichten kann. Douglas holt Kubrick 1960 als Regisseur für Spartacus ins Boot. Der Film bekommt gute Kritiken und gewinnt unter anderem mehrere Oscars. Kubrick selbst ist jedoch unzufrieden, da er keinen maßgeblichen Einfluss auf Drehbuch und Produktion hatte.
Somit kehrt er der Hollywood-Maschinerie den Rücken und zieht nach England, mit dem Ziel nur noch Filme zu drehen, bei denen er vollkommene Handlungsfreiheit hat. Bei seiner ersten britischen Produktion Lolita muss er noch einige Kompromisse eingehen, da der Film den Zensoren zu gewagt erscheint. Aber schon ein Jahr später, im Jahr 1964, schafft er mit Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben den bis dato wichtigsten Film seiner Karriere zu drehen. Meisterwerke wie 2001: Odyssee im Weltraum (1968) und Uhrwerk Orange (1971) folgen und werden in der Öffentlichkeit umstritten diskutiert. 1975 veröffentlich Kubrick sein Historiendrama Barry Lyndon, das gute Kritiken erhält, aber beim Publikum durchfällt. Von da an dreht er nur noch drei weitere Filme. Sein Horrorthriller Shining (1980) wird ein kommerzieller Erfolg, floppt seiner Zeit jedoch bei den Kritikern. Heutzutage ist die Stephen King-Verfilmung aber als Klassiker anerkannt. Es folgen der Anti-Kriegsfilm Full Metal Jacket (1987) und das Erotikdrama Eyes Wide Shut (1999), bevor Kubrick am 7. März 1999 im Alter von 70 Jahren stirbt.
Filmographie:
- Fear and Desire (1953)
- Der Tiger von New York (1955)
- Die Rechnung ging nicht auf (1956)
- Wege zum Ruhm (1957)
- Spartacus (1960)
- Lolita (1963)
- Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)
- 2001: Odyssee im Weltraum (1968)
- Uhrwerk Orange (1971)
- Barry Lyndon (1975)
- Shining (1980)
- Full Metal Jacket (1987)
- Eyes Wide Shut (1999)